Wärmepumpen in Mehrfamilien-häusern mit Heizkörpern


Entscheidend für die Nutzung von Luft-Wasser-Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern ist eine ausreichende Heizleistungsreserve von etwa 40 Prozent, die in vielen Gebäuden vorhanden ist oder durch Austausch gängiger Heizkörpertypen erreicht werden kann. Die illustriert diese Grafik aus der Techem-Studie 2025:

Grafik: Rund die Hälfte der deutschen Mehrfamilienhäuser können mit bestehenden Heizkörpern mit einer Wärmepumpe effizient beheizt werden (rechte rote Balken). Werden die Heizkörper-Typen gegen größere ausgetauscht, sind es sogar 90% (plus 4 Balken in der Mitte). (Grafik: Techem)

Techem ging dabei davon aus, dass Wärmepumpen auch mit Heizkörpern effizient arbeiten, wenn bei der jeweiligen Normaußentemperatur (tiefstes zu erwartendes Zweitagesmittel, je nach Region zwischen –10°C und –16°C) eine Heizmitteltemperatur von höchstens 55°C genügt.

Für die Beurteilung der wurden die Endenergieverbräuche, die installierten Heizkörperleistungen und weitere Daten von über 200.000 Gebäuden in Deutschland analysiert und die Heizleistungsreserve bezogen auf die verbreitete Heizungsauslegung 70/50/20 (Temperaturen von Vorlauf tv = 70 °C und Rücklauf tr = 50 °C, um die Innentemperatur von ti = 20 °C zu erreichen.) mit standortspezifischer Witterungsbereinigung ermittelt.

Aus dem Betriebsverhalten von Heizkörpern (dem „Heizkörperdiagramm“) konnte Techem ableiten, dass eine Heizleistungsreserve von etwa 40 Prozent ausreicht, um den Einsatz von Wärmepumpen mit Heizkörpern mit niedrigen Betriebstemperaturen in der Heizperiode mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3 zu ermöglichen, mit Effizienz-Wärmepumpen meist deutlich höher. 

 

Hürden

Während es häufig bereits im Bereich der privat genutzten Einfamilienhäuser insbesondere bei der Nachrüstung einer Wärmepumpe im Bestand zu Vorurteilen kommt, der Einsatz einer Wärmepumpe wäre schlichtweg nicht möglich oder würde sich nicht lohnen, so wird der Mehrfamilienhaus-Bestand häufig noch skeptischer betrachtet.

Dabei zeigen viele Beispiele in der Praxis, dass auch der nachträgliche Einsatz von Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern möglich ist. Die Vielfalt von Mehrfamilienhäusern ermöglichen sogar den Einsatz eines deutlich größeren Spektrums an technischen Lösungsmöglichkeiten. Planern stehen daher oft deutlich vielfältigere Möglichkeiten der Wärmepumpen- und Wärmequellen-Auswahl zur Verfügung als dies im typischen Familienhaus-Bereich möglich ist.

Dennoch gibt es in Mehrfamilienhäusern administrative als auch technische Hürden, die Projekte immer wieder zum Erliegen bringen.

 

Hürde Eigentumsverhältnisse

Eine Hürde, die die Entscheidung für eine Heizungssanierung mit einer Wärmepumpe oft deutlich verkompliziert, sind die Eigentumsverhältnisse. Gibt es viele Eigentümer bzw. Mitspracheberechtigte, so fällt es besonders schwer, alle von der erklärungsbedürftigen Wärmepumpentechnik zu überzeugen. 

Ein klassischer Fall sind Wohnungseigentümergemeinschaften, da der Umstieg auf eine Wärmepumpe dann einen Gemeinschaftsbeschluss erfordert. Durch Änderungen am Wohnungseigentumsgesetz (WEG) wurden die Zustimmungshürden zwar abgesenkt, dennoch muss eine Mehrheit der Eigentümer dem Heizsystemwechsel zustimmen.

Auch andere Eigentumskonstellationen bergen administrative Probleme. So sind bei kommunalen Eigentümern oder gemeinnützigen Genossenschaften die Finanzierungsoptionen teils sehr restriktiv, sodass die häufig deutlich höheren Investitionen in eine Wärmepumpenlösung für ein Mehrfamilienhaus nicht dargestellt werden können.

 

Hürde Wärme- und Platzbedarf

Mehrfamilienhäuser weisen gegenüber Einfamilienhäusern eine wesentlich höhere Heterogenität beim Wärmebedarf auf. Gerade bei Altbauten kann der Anteil des Trinkwarmwasserbedarfs am Gesamtwärmebedarf aufgrund keiner oder veralteter Baustandards und stark variieren oder der energetische Baustandard und die Hydraulik der Wärmeabgabe sehr hohe Temperaturen erforderlich machen.

Schätzungsweise ein Drittel der Mehrfamilienhäuser in Deutschland befinden sich in innenstädtischer Bebauung. Das bedeutet vielfach, dass die Platzverhältnisse sehr eingeschränkt sind. Platzintensive Wärmetauscher wie Bohrungen oder Eisspeicher sind dann nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar. Vielfach restringieren auch akustische Anforderungen den Einsatz von Luftwärmepumpen.

Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht und wir konnten den Wärmebedarf durch ein passendes Portfolio der Effizienz-Wärmepumpen der Fa. Lambda oder durch die Zusammenschaltung mehrerer Wärmepumpen (Kaskadierung) erfüllen - auch beim Nachrüsten von Altbauten. Bei Platzproblemen haben wir schon zu Aufdachlösungen gegriffen. Gleichzeitig sind die Produkte von Lamda besonders leise. 

Weitere Details finden sich in der Textquelle der energie-experten.