Dies ist der Versuch, ein energiesparendes Verkehrsprojekt auf eine bestehenden Trasse in seinem Ablauf aus öffentlicher Sicht darzustellen. Beteiligt sind die Stadt Darmstadt sowie die Gemeinde Roßdorf wie auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit seinem Radwegekonzept. Beginnen wir mit ersten konkreten Aussagen zum Radwegebau von Darmstadt nach Roßdorf.
Podiumsdiskussion am 10.05.2019 – es kommt bald ein Radschnellweg nach Darmstadt
Die wichtigste Aussage des Darmstädter Oberbürgermeisters (OB) Jochen Partsch auf der REG.eV-Veranstaltung im Sonnensaal in Roßdorf: „Die Verbindung zwischen Darmstadt und Roßdorf ist nicht
richtig ausgebaut. Potenziell ist mit 2000 Radfahrern (täglich) zu rechnen. Der Weg wird nach dem Standard für Radschnellwege ausgebaut, mindestens 3 m breit, idealerweise 4 m, die Zuwegung zur
Fischerhütte noch breiter und er bekommt eine Beleuchtung. Die Planung für Darmstadt ist soweit fortgeschritten, dass 2020/2021 mit einem Ausbau begonnen werden kann. Die Kosten betragen rund 2
Mio. Euro für den Darmstädter Anteil bis zum Bessunger Forst. Auf der Heinrichstraße wird in Höhe der ARAL-Tankstelle eine Fahrbahn weggenommen, analog zum Ausbau in Kopenhagen.“
Die Gemeinde Roßdorf war mit Bürgermeisterin Christel Sprößler vertreten und als Ersatz für die Absage von Hessen Mobil hatten wir den Bürgermeister von Groß-Zimmern eingeladen, der den für Verkehr zuständigen Beigeordneten Friedrich Faust entsandte (siehe Bild von C. Nintzel).
Das Teilstück auf der Gemarkung Roßdorf oder - Die Misere mit Hessen mobil
Bei dieser baldigen Aussicht hat sich der damalige Vorsitzende von REG.eV um eine Lösung für den Anschluss-Radweg auf der Gemarkung Roßdorf gekümmert und dem Landrat Schellhaas klargemacht, dass es nicht sein kann, einen vierspurigen Radschnellweg in Höhe des Spitzenwirtes auf einem 1-2-spurigen Radweg übergehen zu lassen. Dabei wurde dann auch das Radwegekonzept des Landkreises bekannt, dass den Kommunen 2017 vorgestellt wurde und dass mit hoher Priorität die Weiterführung beidseitig des Landesstraße ab Spitzenwirt bis zur Kreuzung an der ESSO-Tankstelle in Roßdorf vorsah und immer noch vorsieht.
Und für den Abschnitt auf Roßdorfer Gemarkung haben die Roßdörfer Grünen nach dem ersten Verkehrsforum Stadt/Landkreis über eine Anfrage bei Hessen Mobil herausgefunden, dass die Landesbehörde den Ausbau der Verbindung vom Roßdörfer Spessartring bis zum Jugendhof nur noch auf einer Seite plant. Vorgesehen ist dafür, den bestehenden Zweirichtungsradweg auf drei Meter zu verbreitern. Die Grünen halten dies wegen der starken Frequentierung nicht für umsetzbar. Radfahrer von beiden Seiten und Fußgänger müssten sich den engen Raum teilen. „Die Gefahrenstellen spielen für die Planer von Hessen Mobil offenbar keine Rolle”, kritisierte der damalige Parteivorsitzende Frieder Kaufmann.
Auch die Fraktion von B90/GRÜNE ist aktiv geworden und schrieb auf ihren Webseiten am 2.2.2021 u.a.:
"Beim zweiten Verkehrsforum im vergangenen Jahr fragte der in Roßdorf wohnende Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) die anwesende Prominenz, wie der aus Darmstadt kommende geplante breit ausgebaute Radweg in Roßdorf ab dem Jugendhof Bessunger Forst weiter geführt werden soll. Hessen Mobil antwortete zur Verblüffung beinahe aller Teilnehmer*innen sinngemäß „Na dann bauen wir den eben weiter“. Das veranlasste uns zur Frage bei der Gemeinde, wie denn Baurecht hergestellt werden kann. Die Antwort, die wir am 13. November 2020 erhielten, war ernüchternd. „Bislang ist es lediglich eine Idee, die im Rahmen des 2. Verkehrsgipfels diskutiert wurde“. Böse Zungen würden sagen: Heiße Luft. Aber die Gemeinde zeigte in ihrer Antwort auch auf, wie Baurecht hergestellt werden kann: Entweder über die Prioritätenliste des Landes oder durch eine Planungsvereinbarung mit Hessen Mobil im Rahmen der "Sanierungsoffensive+“ schrieb die damalige Bürgermeisterin.
Geh- und Radwegebau ist grundsätzlich die Aufgabe des Straßenbaulastträgers. Für Landesstraßen liegt diese Straßenbaulast beim Land Hessen. Im Rahmen der hessischen Sanierungsoffensive sollen bis 2022 insgesamt 60 Radwege an Landesstraßen mit einem finanziellen Volumen von 30 Millionen Euro neu gebaut werden. Der Ausbau von Radwegen an Landesstraßen soll im Rahmen eines neuen Sanierungsprogrammes über 2022 hinaus fortgesetzt werden.
Bis 2024 will das Land Hessen insgesamt 244 Millionen Euro in die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs in Hessen investieren. Da kommt der Wunsch nach Ausbau des Radwegs in Roßdorf gerade zur richtigen Zeit.
Auch Hessen Mobil hat die Stellen für die Planung von Radwegen stark aufgestockt.
Prof. Gerd Riegelhuth, Präsident von Hessen Mobil, erläuterte „Zusätzlich zu den acht neuen Stellen werden wir seitens Hessen Mobil weitere zehn Stellen bereitstellen: Damit werden wir eine neue, 18-köpfige Task Force Radwege einrichten, um die Planung von Radwegen deutlich voran zu bringen."
Der Radweg zwischen Darmstadt und Roßdorf ist als Teil des hessischen Radwegenetzes von Bedeutung. Im Jahr 2018 wurde der Strecke in einer Studie des Landes wegen der bis zu 1200 Fahrten täglich
gar das Potenzial zum Radschnellweg attestiert, wofür er dementsprechend ausgebaut werden müsste. Im Sommer 2020 wurden pro Tag durchschnittlich 662 (montags bis
freitags) und 470 (Samstag und Sonntag) Radfahrten gezählt. Damit lag die Nutzung schon 2022 bei durchschnittlich 629 Radfahrten pro Tag (bezogen auf die Gesamtwoche) sowie an Spitzentagen bei
1083 Radfahrten pro Tag.
Unser damaliger Vorsitzender Claus Nintzel hat in seinem Artikel 384 vom 05.04.2022 die Gefahrenstellen konkretisiert (siehe Bild) und sich mit einem Appell an die Verantwortlichen gewandt: "Wir raten dringend zu einer Planung, die die Fahrtrichtungen wie von allen Beteiligten bisher angenommen in einen beidseitigen Radweg aufteilt. Zumal uns zu Ohren kam, dass der Grundbesitzer der südlichen Straßenseite seit Jahren verkaufswillig sei."
Im Dezember 2022 gab es noch eine Episode im Ausschuss UKBV der Gemeinde Roßdorf. Hier standen die Planer von Hessen Rede und Antwort zu Ihren Vorstellungen. Die dort gezeigten Folien geben allerdings keinen Aufschluss darüber, wie tatsächlich gebaut werden soll. Uns ist jedoch bekannt, das an einer Planung mit einem einseitigen Rad- und Fußweg weitergearbeitet werden soll. Angeblich sei der beidseitige Ausbau zu teuer. Nur der allerdings mindert die Gefahren deutlich, die an den von uns aufgezeigten Gefahrenstellen lauern:
Aber Hessen Mobil hat den Geld- und Personalboom nicht genutzt, um ihren Teil des Radweges zügig zu planen und umzusetzen, weder ein- noch beidseitig. Ganz im Gegenteil hat Hessen Mobil ca. 2024 (Quelle leider nicht mehr vorhanden), dass die Planung und Umsetzung noch ca. 10 Jahre, also bis ca. 2034 dauern würde.
Das Teilstück auf der Gemarkung Darmstadt oder - erzeugt der Bau Druck auf Hessen mobil
Bevor es jedoch 2022 zum Bau des Radschnellwegs auf der Gemarkung Darmstadt kam, hat die Stadt umgeplant und die Haushaltsmittel nach 2024 verschoben zugunsten von innerstädtischen Radwegen. Zumindest provitieren Roßdorfer und Hinterlieger wie Bürger aus Groß-Zimmern, Dieburg und Reinheim von der Maßnahme im Abschnitt Vivarium-Stadtmitte.
Warum das Darmstädter Teilstück des Radweges im Jahr 2024 nicht gebaut wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.
Radweg nach DA noch 2025?
Das Darmstädter Echo berichtete am 28.06.2025 von einer gemeinsamen Radtour der Mobilitätsdezernenten von Stadt und Land unter Leitung von Prof. Follmann. Dort erfahren wir, dass der Radweg vom Ende der Heinrichstr. entlang der B26 schon konkret geplant ist und die Baumaßnahme noch in diesem Jahr ausgeschrieben werde. Zum Anteil auf Roßdorfer Gemarkung wurde nichts geäußert. Das soll lt. Hessen mobil noch bis zu 10 Jahre dauern.
O Wunder, der Radweg wird 2026 gebaut
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt beginnt tatsächlich am 30. März mit dem Ausbau des Radwegs von Darmstadt nach Roßdorf, teilt die städtische Pressestelle mit. Der Ausbau erfolge parallel zur B26,
starte an der Heinrichstraße und ende an der Aschaffenburger Straße an der Brücke über die B26,
wo der Anschluss an den bestehenden Radweg nach Roßdorf hergestellt wird. So steht es jedenfalls im Darmstädter Echo
vom 23.03.2026.
Die Arbeiten sollen am 30. März 2026 tatsächlich beginnen und bis zum August 2026 beendet sein. In dieser Zeit soll die Teilstrecke gesperrt werden.
Drei Tage nach dieser Meldung hieß es nun: Der Bau für den neuen Radweg von Darmstadt nach Roßdorf kann frühestens am 7. April beginnen, nachdem aufgrund einer Absage kurzfristig ein neues Fachunternehmen für Kampfmittelerkundung gefunden und von dem bauausführenden Unternehmen beauftragt werden musste.